Rss Feed Tweeter button Facebook button

Ein sperriges Konzept

Das nach Öffnung der

Wie kommt man zukünftig mit dem Auto von Ennest zur Stadthalle? Von der Münchener Straße zur Mainzer Straße? Von der Ennester Kirche ins Wohngebiet Linde? Von der Weberstraße zum Allee-Center? Von der Meisenstraße zum  Feuerteich? Über die (Nord-) Umgehung, wenn es nach einem Beschluss des Attendorner Stadtrates geht.

Die beschlossenen Maßnahmen unterteilen sich in vier Punkte:

1.) An den Kreuzungen Zeppelinstraße/Finnentroper Straße (Biggen), Zeppelinstraße/Daimlerstraße (beim Baubetriebshof) und an der Kreuzung vor dem Bahnhof sollen Kreisel gebaut werden.
Dies wird von allen Ratsfraktionen als wichtig angesehen, damit der Verkehr auf der Nordumgehung ungehindert fließen kann, und wurde einstimmig  beschlossen. Erst nach dem Bau der drei Kreisel sollen die anderen Maßnahmenpakete umgesetzt werden.

2.) Die Niederste und die Ennester Straße sollen zur Einbahnstraße werden, die vom Ennester Tor abgehenden Straßen zur Tempo-30-Zone.
Diese Maßnahmen sind an sich sinnvoll, um den Verkehr aus der zu bekommen oder um ihn zumindest zu verlangsamen. Sollte die Einbahnstraße durch die kleineren Gassen umfahren werden, sieht das Konzept eine Sperrung der Niedersten Straße im Bereich Hofestatt sowie die Ausweisung weiterer Einbahnstraßen vor.
Da diese mögliche Folgemaßnahme sehr kritisch zu sehen ist, war die SPD-Fraktion dafür, zunächst Verkehrszählungen nach dem Bau der drei Kreisel abzuwarten und das Konzept zu verfeinern.

3.) Die Straßen Heggener Weg, Wiesbadener Straße, Attendorner Straße und Benzstraße sollen gesperrt werden.
Die Bewohner der Wohngebiete Ennest, Auf dem Sacke, Auf dem Schilde und Schwalbenohl sollen möglichst über die Nordumgehung, keinesfalls aber über den Ennester Weg in die Stadt fahren.
Es ist zu befürchten, dass dadurch Verkehr nicht nur auf die Nordumgehung gebracht wird. Auch der Verkehr auf den verbliebenen Direktverbindungen in die Stadt könnte anwachsen. Dies belastet die Straßen Grafweg, Im Schwalbenohl, Mühlenschlader Straße, Danziger Straße, Mühlhardt und Bremger Weg stärker. Und noch konnte niemand schlüssig erklären, warum es die Innenstadt entlastet, wenn man in Ennest die Attendorner Straße sperrt.
Daher stimmte die SPD-Fraktion den Plänen nicht zu – auch nicht probeweise.

4.) Die Finnentroper Straße soll vor der Attahöhle abgebunden werden.
Dies wurde für die Entwicklung des Gebietes Östliche Innenstadt überwiegend als wichtig angesehen und mit großer Mehrheit beschlossen.


Der Versuch, mögliche Folgen des Beschlusses von in Attendorn aufzuzeigen

Die Straße ist gebaut, sie wurde feierlich eröffnet und für den Verkehr freigegeben.
Ich selbst nutze sie, wenn ich in Attendorn bestimmte Ziele anfahre, nach Plettenberg sowieso.

Was bedeutet der Beschluss?

Es werden Straßen gesperrt, wie zum Beispiel: Die Wiesbadener Straße. Der Heggener Weg.
Ich suche mir, je nach Fahrziel innerhalb von Attendorn, zum Beispiel von der Münchener Straße in die Mainzer Straße, eine Ausweichstrecke, um den Umweg über die Nordumgehung zu vermeiden. Ich fahre dann keinen Schleichweg, sondern eine bereits vorhandene Straße, deren Anwohner dann mehr belastet werden als bisher. Nicht, weil ich die Straße allein nutze, sondern weil viele andere Autofahrer genauso handeln werden. Hier nur einige der möglichen Ausweichstraßen: Danziger Straße, Rostocker Straße, Königsberger Straße, eigentlich ein großer Teil des Schwalbenohls.

Warum ist das so, wer hat das entschieden?

In der Ratssitzung am 12.10.2011 ist dieses Thema ausführlich diskutiert worden. Es wurde über Kreisel geredet und ich finde es richtig, dass sie gebaut werden. Änderungen von Beschilderungen in der Stadt und Sperrungen von Straßen wurden ausgiebig besprochen.
Zunächst war die Attendorner CDU genauso wie wir der Meinung, die Kreisel zu bauen, neue Verkehrszählungen  durchzuführen und dann probeweise Maßnahmen, wie Beschilderungen, umzusetzen. Bruno Droste, Fraktionsvorsitzender der Attendorner CDU, sagte, so dem Protokoll der Sitzung am 12.10.2011 wörtlich entnommen:“… Für die weiteren Entscheidungen seien Weitsicht, Gelassenheit sowie aktuelle Daten notwendig.“
Später stellte sich das Abstimmungsverhalten der Attendorner CDU jedoch völlig anders dar: Nachdem die UWG, Herr Schneider, beantragte, über die Beschilderungen und Sperrungen einzeln und namentlich abstimmen zu lassen, stimmte die gesamte Fraktion der CDU, mit Ausnahme von Herrn Christoph Hüttenhein, den Sperrungen zu. Die Vertreter der Grünen und der FDP stimmten ebenfalls zu.
Wie der einzelne Stadtverordnete abgestimmt hat, ist im Protokoll der Sitzung vom 12.10.2011 (Seite 8ff.) nachzulesen.
Die beschlossenen Sperrungen werden nach dem Bau der Kreisel am Bauhof, an der Finnentroper Straße und am Zollstock – vielleicht noch im Jahr 2012, eventuell später – umgesetzt. Sie sollen dann probeweise für ein Jahr gelten. Ich bin davon überzeugt, es werden dann viele Argumente für den Erhalt der Sperrungen gesucht. Ob es dafür tatsächlich eine Mehrheit im Rat der Stadt Attendorn geben wird, bleibt abzuwarten. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass auch die Ennester von der Kernstadt abgeschnitten werden sollen. Hier soll die Attendorner Straße unmittelbar südlich des Knotenpunktes Mühlenschlader Straße und die Benzstraße östlich der Neuen Straße/Bruchstraße dichtgemacht werden. Das Abstimmungsergebnis war das Gleiche wie zuvor.
Ohne die Entwicklung des Verkehrsflusses nach einer Eingewöhnungszeit der Nordumgehung abzuwarten, kann ein solcher Beschluss nur aufgrund einer Vermutung gefasst werden.
Es darf und kann aber nicht Aufgabe der Stadtverordneten sein, auf eine Vermutung hin solche weittragende Beschlüsse zu fassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildmaterial Nordumgehung: http://www.dietrich-foto.de